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August 1953
Erste
Konstruktionszeichnung für einen Kleinwagen, angefertigt im
Forschungs- und Entwicklungswerk Karl Marx Stadt (FEW) vormals
Zentrale Entwicklungs- und Versuchsabteilung der Auto Union,
Chemnitz.
Verantwortlicher
Konstrukteur war Wilhelm Orth.
Motorkonstruktion: Paul Wittber
Fahrwerk und Getriebe: Ing. Pitzsch und Hagen
Karosserieentwurf: Paul Seidan
Das Konzept für dieses
Auto sah von Anfang an vor:
- Selbsttragende
zweitürige Stufenheckkarosserie mit Stahlblechgerippe und
Plastebeplankung
- Frontantrieb
- Querstehender Zweizylinder Zweitaktmotor 500ccm 18 PS
- Luftkühlung
- Vierganggetriebe mit Freilauf
Juni 1954
Erste drei
Funktionsmuster noch mit Blechkarosserie
In gleichen Jahr
Übergabe aller Entwicklungsarbeiten für das Gesamtfahrzeug an VEB
Audi in Zwickau.
Beginn der
Entwicklungsarbeiten für eine Kunststoffkarosserie.
Erster Prototyp 1951
auf Basis einer DKW F 8 Cabriolimousine auf Vinidur-Basis (Hart
PVC).
Zweiter Prototyp Herbst
1951 auf Basis einer DKW F 9 Cabriolimousine. Grundlage war
PVC-Dispersion.
Zwei Musterfahrzeuge.
1953
Herstellung von
Formteilen aus Plaste für Pkw ( Motorhauben F 8) und Lkw
(Rückwände H 3A) in größerer Stückzahl.
1954
Übergang zu einer
Mischung aus Baumwollflor und Phenolharz, dem sogenannten
Duroplast. Dies war der Karosseriebaustoff für den P 50 und er
wurde erstmals in der Serienfertigung verwendet bei der Karosserie
des P70.
1955
Im April Nullserie des
P70 im VEB Audi Zwickau. Im Juni lief die Vorserie vom Band.
Am 1. Juli 1955
Fertigungsanlauf des P70 als Zwischentyp von DKW F 8 (Fahrwerk)
und P 50 (Karosserie). Erster Serien-Pkw mit Kunststoffkarosserie.
Noch 1954 hatte das
Motorenwerk Karl Marx Stadt den Auftrag erhalten, die Entwicklung
des Zweizylindermotors bis zur Serienreife weiterzuführen.
Nach Überwindung
zahlloser Probleme vor allem im Hinblick auf Material und
Entwicklungsausstattung sowie nach einjährigem
Entwicklungsstillstand wurde der Motor im Juli 1957 nach einem 300
Stunden Dauerlauf zur Serie freigegeben.
07. November 1957
Nullserienanlauf des P
50.
01. Mai 1958
Gründung des VEB
Sachenring Automobilwerke Zwickau.
10. Juli 1958
Beginn der
Serienfertigung des P50 in Zwickau Die Bodengruppe und das
Stahlskelett entstanden im Werk 1, (ehemals Horch) Die
Karosseriefertigung sowie die Endmontage erfolgten im Werk 2
(ehemals Audi).
Juni 1959
Lieferprogramm:
Standard 7450.- Mark der DDR
Sonderwunsch
einfarbig 8360. -Mark der DDR
zweifarbig 8440.- Mark der DDR
dreifarbig 8470.- Mark der DDR
Oktober 1959
20 PS Motor mit
Alfer-Zylindern (P 50/1).
Januar 1960
Serienanlauf Kombi.
Mitte 1961
Freigabe des
Mischungsverhältnisses 1:33 für alle Trabantmotoren.
Mai 1962
Serienanlauf des
Synchrongetriebes.
Herbst 1962
Serienende des P 50
nach insgesamt rund 128 000 Fahrzeugen.
Sommer 1962
Entwicklungsbeginn am P
602, der den als Übergangstyp gedachten 601 baldigst ersetzen
sollte. Er sollte eine schraubengefederte Hinterachse, eine
vordere Duplex-Bremse und einen auf 28 PS gesteigerten Motor
erhalten. Letzteren konnte das Motorenwerk nicht realisieren.
Außerdem mussten Zwickauer Konstrukteure in Eisenach
„sozialistische Hilfe“ leisten, um den Anlauf des Wartburg 353 zu
sichern.
Das verbliebene
Potenzial war zu schwach, um die Ziele des 602 zu schaffen. Das
Projekt wurde 1964 abgebrochen.
15. Oktober 1962
Serienanlauf des P 60
mit 600er Motor und 23 PS.
Seit 1965 Ausstattung mit Sicherheitsgurten
Fertigungseinstellung Sommer 1964 Limousinen und November 1965
Kombi.
Gesamtfertigungszahl P
60: rund 106 500.
1963
Vorstellung des Trabant
601 vor dem VI. Parteitag der SED in Berlin. Bei gleichem Radstand
und gleicher Bodengruppe wie P 60 waren die Unterschiede:
- Trapezförmige
Karosserie (Konstruktion Lothar Sachse)
- Seitenfenster vorn mit Kurbelscheiben
- Breitere Motorhaube
Lieferbar sollte der
601 in den Ausführungen Standard (zunächst ausschließlich),
Sonderwunsch ein- und zweifarbig sein.
Januar 1964
Anlauf der Nullserie,
im Juni begann die Serienproduktion.
ab Februar 1965
Halbautomatische
Kupplung “Hycomat“ auf Sonderwunsch und gegen Mehrpreis von
500.-Mark lieferbar.
September 1965
Serienanlauf der
Kombi-Variante unter der Bezeichnung „Universal“.
Ladenpreis: 9 300.- Mark der DDR.
Herbst 1965
Beginn der
Entwicklungsarbeit am P 602 V. Dieser sollte eine
Vollheck-Karosserie bei einem von 2020 mm auf 2300 mm
verlängerten Radstand erhalten. Geplant waren außerdem ein 32 l
Tank sowie ein 30 PS Zweitakt- oder ein Kreiskolbenmotor. Nach
einem Jahr Themenabbruch mit dem ersten Funktionsmuster wegen
Kostenüberschreitung und absoluten Verbot, den Verkaufspreis des
Wagens zu erhöhen.
April 1966
Vorstellung des Trabant
in de Luxe Ausstattung und im April 1967 als Sonderwunsch
Ausführung (Aufpreise gegenüber Standard 450.- bzw. 200.- Mark).
30. Dezember 1966
Auslösung des
Entwicklungsauftrags für den P 603 durch den Generaldirektor der
VVB Automobilbau.
Er enthielt folgende
Vorgaben:
- Dreitürige
Vollhecklimousine mit Stahlblechgerippe und Duroplastbeplankung.
- Frontantrieb mit quer zur Fahrtrichtung angeordneten Motor.
Geeignet für Antrieb durch Vierzylindermotor von Škoda,
Dreizylinder- Zweitaktmotor von Eisenach und Kreiskolbenmotor.
- Radstand 2330 mm und 720 kg fahrfertige Eigenmasse.
- Höchstgeschwindigkeit 130 km/h
Ende 1968 gab es 9
Funktionsmuster mit allen vorgesehenen Motoren im Straßeneinsatz.
November 1968
Abbruch des Projekts
auf Weisung von Günther Mittag, Sekretär für Wirtschaft im
Zentralkomitee der SED und Mitglied des Politbüros, um ein
Gemeinschaftsprojekt im RGW-Maßstab nicht zu gefährden.
April 1968
500 000 Trabant.
ab Dezember 1968
serienmäßiger Einsatz
des 26 PS Motors.
Januar 1970
Beginn der
Entwicklungsarbeiten am Typ 760, dem sog. RGW-Auto, das auch
Wartburg und Trabant ersetzen sollte. Sie wurden nach Baugruppen
spezialisiert vorgenommen werden, in Eisenach sollte das Getriebe,
in Zwickau Vorderachse, Antrieb und Lenkgetriebe sowie bei Škoda
Motor und Hinterachse entwickelt und später auch gebaut werden.
Karosserien sollten eigenständig in der DDR und der CSSR
projektiert werden.
Erprobungsbeginn 1972.
Selbsttragende Stahlblechkarosserie, 1,1 L Motor mit 45 PS,
Starrachse hinten mit Querblattfeder sowie Scheibenbremsen
gehörten zum Zielprogramm.
Herbst 1973
Entwicklungsabbruch auf
Weisung von Günther Mittag, Sekretär für Wirtschaft im
Zentralkomitee der SED und Mitglied des Politbüros, mit der
Maßgabe, die Entwicklung in Eisenach und Zwickau getrennt
fortzusetzen.
ab Ende 1971
Elektrophoretische
Behandlung des Stahlblechgerippes der Karosserie
1972, Leipziger Herbstmesse
Vorstellung mit 26
Liter-Tank, Zündkerzen M 14 ( bisher M 18), Intervallschaltung
für Wisch/Waschanlage und neuer Heizung.
ab Sommer 1973
Serienmäßige Montage
von schlauchlosen Radialreifen.
November 1973
1 000 000 Trabant.
September 1973
Beginn der
Entwicklungsarbeiten am P 610 in Zwickau. Zielstellung:
- Dreitürige
selbstragende Fließheckkarosserie in Ganzstahlbauweise.
- Frontantrieb mit quer eingebautem Motor.
- Vierzylinder Škoda Motor mit 1100ccm.
- Radstand 2380 mm, Leernasse fahrfertig 730 kg.
In Zusammenarbeit mit
Škoda wurden 20 Funktionsmuster gebaut und erfolgreich erprobt.
Entwicklungsaufwand: 35,5 Mio Mark.
Am 6. November Abbruch
der Entwicklungen, weil die zur Serieneinführung erforderlichen
Investitionen nicht zur Verfügung standen.
April 1974
Serienfreigabe der
Mischungsschmierung im Verhältnis 1:50.
Sommer 1975
Erstmals Ausstattung
mit Automatikgurten (sog. Einhandsicherheitsgurte).
Oktober 1976
Neue Innenleuchte.
ab 1977
Radkappen aus Plaste.
Zur Herbstmesse in
Leipzig wurde erstmals das Modell „S de Luxe“ präsentiert mit
neuartigen Sitzen und elektrischer Scheibenwaschanlage. Preis: 9
450.- Mark der DDR.
August 1978
1 500 000. Trabant.
September 1978
Vorstellung des Trabant
Tramp als Freizeit Auto.
1981
Die Bedienung des
Kraftstoffhahnes von der Armaturentafel aus wurde möglich.
Außerdem gab es für de Luxe und S de Luxe eine Tankanzeige.
Vorstellung des PUR-umschäumten Lenkrades.
Oktober 1982
2 000 000 Trabant.
1983
Ausstattung mit
Kraftstoffmomentanverbrauchsanzeige (das sogenannte Mäusekino),
hinteren Ausstellfenstern und Umstellung der Elektrik auf 12 Volt
Anlage. Vordersitze waren auf Wunsch mit Kopfstützen lieferbar.
ab April 1984
Kraftübertragung des
Motors auf die Vorderräder durch im 1981 fertiggestellten Werk in
Mosel erzeugte Gleichlaufgelenkwellen.
Im gleichen Jahr
Vertragsabschluss mit VW über das neue Motorenwerk und die
Lieferung der Alpha Motoren.
Beginn der
Konstruktionsarbeiten zur Anpassung des Fahrzeugs an den Motor.
1986, Leipziger Herbstmesse
Präsentation einer
schraubengefederte Hinterachse am Trabant, die 1988 in Serie ging.
1988
Bau von 20 Funktions-
und 5 Fertigungsmustern des Trabant 1,1 mit dem Polo-Motor.
Juli 1988
Beginn der
Motorenproduktion im Motorenwerk Karl Marx Stadt, Kombinat Barkas.
Zuerst wird der 1.3 Liter VW-Motor für den Wartburg hergestellt.
Herbst 1988
Vorstellung des Trabant
1.1 mit 40 PS VW Lizenzmotor, neuem Grill und Blechmotorhaube,
breiterer Spur, Federbeinen und Scheibenbremsen vorn.
21. Mai 1989
Beginn der
Serienproduktion des Trabant 1.1 im neuen Werk Mosel. Der erste
Wagen dieses Typs ist gleichzeitig der 3millionste Trabant.
21. September 1989
Letzter Trabantmotor
wird bei Barkas fertiggestellt.
31. Dezember 1989
Einstellung der
Limousinen-Fertigung.
Mai 1990
Der Trabant ist ohne
Lieferzeit sofort lieferbar.
Juli 1990
Gründung der
Sachsenring Automobilwerke GmbH als Nachfolgerin des am Vortag
liquidierten VEB Automobilwerke Sachsenring Zwickau.
25. Juli 1990
Serienende des Trabant
601 nach insgesamt rund 2 707 000 Fahrzeugen.
Rückverlagerung der Fertigung des Trabant 1.1 nach Zwickau.
30. April 1991
Um 14:00 Uhr läuft der
letzte Trabant, ein pinkfarbener P 1.1 Universal, vom Band.
Die Produktion des
Trabant in Zwickau war damit beendet.
Quelle:
VW Media Service |